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Dienstag, 17. Mai 2011

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Wer den Wecker nicht stellt, bleibt leicht länger liegen, deshalb Aufbruch erst um zehn Uhr. Der Wind ist vor uns aufgestanden und hat sich schon ordentlich aufgeblasen. Wir fahren gen Westen, er war so freundlich, uns auf etwa 80 Prozent der Strecke entgegen zu kommen.

Über Kitzingen und Marktbreit kommen wir zügig nach Ochsenfurt, wo wir – statt über die Brücke – per Fähre die Mainseite wechseln.

Der Diktator macht Station in Marktbreit.
Moderne Freibeuter: für 50 Cent ans andere Ufer.

Auf der anderen Seite fahren wir den Straßenbauern entgegen, die gerade den neuen Radweg mit Flüsterasphalt überziehen. Da das Fahrzeug recht massiv erscheint und vor allem den Weg auf ganzer Breite ausfüllt, lassen wir uns davon überzeugen, dass es besser ist, die Baustelle zu umfahren und erst hinter Kleinochsenfurt wieder auf den Weg zu stoßen. Um 13.10 Uhr gibt's in Würzburg natürlich nur eins: die am letzten Mittwoch ausgelassene Bratwurst.

Darum geht's mittags in Würzburg.

Auf der Fortsetzung des Weges durch die Würzburger Mainwiesen ärgert sich Mo  a) über eine Dame mit E-Bike, die uns überholen und  b) über mich, der dies nicht zulassen will. Unsere Diskussion bzw. Aussprache endet damit, dass wir beschließen, die Tour doch gemeinsam fortzusetzen.

E-Bikes auf Fahrradwegen sind problematischer als man denkt. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20–25 km/h sind sie etwa genauso schnell wie "normale" Fahrräder. Die meisten E-Biker schalten den Motor aber nur manchmal zu. Und damit entsteht z.B. beim Überholen am Berg das Problem, dass man einen Verkehrsteilnehmer, der eben noch ca. 15 km/h fuhr und nun den Motor laufen lässt, nicht mehr überholen kann. Bei Gegenverkehr kann das ebenso gefährlich werden, wie der erfolglose Überholversuch eines E-Bikers neben einem Radler.

Außerdem stellt sich natürlich die generelle Frage, woher nun auch noch der ganze Strom für die Räder kommen soll, wenn gerade die Elektrifizierung der Autos mit Milliarden gefördert werden soll. Ob unser kleines Ländchen wirklich so viele Windkrafträder, Photovoltaik-Anlagen und Überlandleitungen unterbringen kann?

Kurzer Stop zwischen Bratwurst und Eis.

Bei Dal Cin in Karlstadt holen wir uns mittels doppeltem Espresso und großer Eiswaffel die Kraft für die restlichen 30 Kilometer bis Lohr. Dort geht's gleich zu Mehlings, um einen Tisch für den Abend zu reservieren. Das letzte Mal hatten wir uns erst ums Hotel bemüht und dann prompt keinen Tisch mehr bekommen.

Die Hotelsuche in Lohr gestaltet sich (wie immer) schwierig. Das Bundschuh ist uns zu teuer, die günstigeren sind außerhalb der Stadt, was mit Fahrrad schwierig ist, bleibt also nur die Krone, die auf ihrer website extra darauf hinweist, „der einzige noch weitgehend im ursprünglichen Zustand erhaltene Gasthof Lohrs“ zu sein. Leider haben wir eines der Zimmer, auf die das absolut zutrifft, immerhin können wir den Preis auf ein erträgliches Niveau verhandeln.

Bewährtes erhalten, Preise modernisiert.

Der Abend im Weinhaus Mehling ist dagegen ein Volltreffer: Josephs Brezel, Rieslingsuppe, Schweinerückensteak, Schweinebraten und Apfelstrudel zum guten Schluss. So ist man um halb elf glücklich und müde genug fürs zu weiche Bett.

Josephs Brezel macht der Chef täglich frisch.



Die Preziose des Tages

Das hätte Manfred Gotta nicht besser erfinden können.