Seiten

Montag, 11. Juli 2011

Ode an die Gattin

Geschunden.
Offene Wunden, nicht verbunden.
Wann wird sie gesunden?

Gegenverkehr.
Bremsen schwer, brüllen hinterher.
Wo kamen die denn her?

Germersheim.
Stadt am Rhein, in Scherben hinein.
Musste das wirklich sein?

Brennt stärker als die Sonne.

Ins Abenteuer gestürzt

So: Abfahrt 8.30, runter an den Main, bis kurz vor die Friedensbrücke durch die Fussballgärten, mit denen der DFB die Fussballfamilie in WM-Stimmung bringen wollte. Nach der gestrigen Viertelfinal-Pleite der deutschen Frauen lassen die Stand- und VIP-Lounge-Bewacher schon morgens ihre Köpfe hängen als wären sie zwei Wochen nicht gegossen worden.

Es ist so weit: westwärts immer, ostwärts nimmer.

An Höchst und dem gleichnamigen Industriepark vorbei geht es weiter in Richtung Okriftel, Eddersheim und Flörsheim. Neben dem Radweg auf dem Damm stehen plötzlich Reiher zum Greifen nah, und direkt vor Kostheim streift eine achtköpfigen Storchenfamilie auf der Suche nach Fröschen und ähnlichem Getier durchs Gras.

Wo der Storch zu Fuß hingeht.
Ick hev mol in Meenz 'n Dreemaster seh'n ...

Ab Mainz geht's dann auf bekanntem Weg den Rhein hinauf: zuerst durch die Bierbörse hinter der Rheingoldhalle, dann durch Nackenheim, Nierstein und Gimbsheim.

Zum Mittagessen in Nierstein: Wolken wie gemalt.
Die Eck-Wach-Möve wacht über die Ecke des Pontons bei Nierstein. Weitgehend regungslos und ohne Unterlass, ein verantwortungsbewusster Vogel.

Kurz vor Rheindürkheim ist die Fahrt dann fast schon zu Ende. Ich will ein radelndes Pärchen während des Überholens nach einem Restaurant-Tipp fragen und bremse deshalb unerwartet und unerwartet heftig, Mo trifft zunächst auf mich, dann auf den Boden: Hautabschürfungen an Beinen, Armen und Händen, ein paar Blessuren am Rad und ein Schock, der sich in wüsten Beschimpfungen Luft macht. Nach ca. 30 Minuten beschließen wir, die Fahrt langsam wieder aufzunehmen. Glücklicherweise sind alle Knochen heil (andere trifft es heute härter) und Worms ist nur noch ca. acht Kilometer entfernt.

Die Stadt empfängt uns mit Spielhallen, Dönerbuden und heruntergekommenen Häusern en masse. Anfangs schieben wir das auf das Viertel, durch das wir reinfahren, später bestätigt sich der erste Eindruck wohin man blickt.

Wir suchen eine Apotheke, weil die Wundversorgung natürlich erste Priorität hat. Im Vorüberfahren finden wir ein Hotel mit großem Namen, das zwar geschlossen, aber ein bezahlbares und akzeptables Zimmer für uns hat. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg zur Notdienst-Apotheke, wo wir gut behandelt und preiswert versorgt werden. Später geben uns die Inhaber noch einen Tipp fürs Abendessen, der keine Blessuren nach sich zieht.

Im Gegenteil: Wir kommen satt und mit positivem Blick auf den Montag zurück ins Hotel. Mal sehen, was uns auf dem Weg nach Germersheim erwartet.