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Freitag, 15. Juli 2011

Wenn Werbung Wirklichkeit wird

Dialog am Morgen:
„Ich muss langsam mal wach werden.“
„Darauf warte ich schon, seit ich dich kenne.“

Nach den gestrigen Güssen sind morgens die Trikots noch feucht, wir hängen sie ins Fenster und gehen frühstücken. Das Angebot ist überschaubar, aber ordentlich – u.a. mit frischen Zwetschgen und selbstgemachten Marmeladen, die zwar nicht riechen, aber gut schmecken.

Let it all hang out.

Der Mann im Radio singt „Lass uns lieben, lass uns träumen, lass uns keine Sekunde versäumen“, der Enkel der Wirtin macht dem Träumen ein Ende, denn obwohl er sich kaum auf den Beinen halten kann, hämmert er mit seinem Holzhammer überall die Schrauben rein. Hier ist die nächste Generation badischen Feinmechanikerwesens im Werden.

Wir zahlen 57,20 inkl. Kurtaxe, unsere bisher günstigste Übernachtung.

Gundelfingen ist nicht weit, wir lassen uns Zeit und fahren über wunderbare Wege durch den Obst- und Gemüsegarten am Fuß des Kaiserstuhls. Zwischen den Orten steht hochgewachsener Mais gegenüber von Zwetschgen-, Apfel- und Kirschplantagen. Überall sieht man Kürbisse heranwachsen. In den Orten sieht man Frauen, die die Fugen im Gehwegpflaster mit dem Schraubenzieher säubern. Endingen sticht optisch besonders hervor, die kleine Perle lässt an Dinkelsbühl und Rothenburg denken, wirkt dabei aber „normaler“ und lebendiger.

Wo der Kaiserstühler Wein wächst.
Endingen: wirklich fein gemacht.

Gegen eins sind wir bei Kai Bendixen, sprechen die Inspektion durch, deponieren die Mehrzahl unserer Taschen und überlegen danach, wie wir am besten ins Hotel in Kirchzarten kommen. Mo will ein Taxi zum Bahnhof rufen, das müsste aber extra aus Freiburg kommen, und wir verzichten. Gegenüber ist eine Europcar-Station, mal sehen, ob's da vielleicht für 50 Euro ein Auto gibt. Leider nicht, aber nach viel fröhlichem Palaver macht uns die Mitarbeiter ein Angebot, das wir nicht ablehnen können: ein nagelneues Mercedes E-Klasse Cabrio mit allem Schnickschnack der Welt zum Preis eines kleinen Citroen.

Ziemlich breites Grinsen für einen Hamburger.

Mit diesem Gerät fahren wir nach Hinterzarten und erleben endlich einmal live, was wir in den Jahren unserer Arbeit für Mercedes immer behauptet haben. Und es stimmt alles!!



Im Schlegelhof duschen wir fix, Mo will „sofort in den Schwarzwald“. Wir kurbeln rauf auf den Schauinsland, wo wir im Hotel Halde Schwarzwälder Kirschtorte verspeisen und ins Land schauen. Anschließend geht's zum Abendessen nach Horben in den Raben (siehe Archiv März 2011), wo wir zuerst den Weg für die nächsten Tage festlegen (bis Baumes-les-Dames) und uns dann über die Kreationen des Herrn Disch hermachen.

So sieht's hinter der Halde aus.

Um elf sind wir zurück im Schlegelhof, wo wir zufrieden ins Bett fallen. Mo schreibt in ihr kleines schwarzes Buch: „Toller Tag!“

Dialog am Abend:
„Ich brauch' keine Sauna, keine Gesichtspackung, keine Wellness.“
„Also, Gesichtspackung wär' schon mal gut.“