Seiten

Montag, 31. Dezember 2012

12. Juni 2012, der vierunddreißigste Tag: Ruhetag in Sancerre

Zwanzig Gänge himmelwärts


Direkt nach dem Aufwachen der Griff zum Telefon, Zimmer prolongiert, wieder umgedreht, spät aufgestanden. Dusche in der Dusche, Frühstück im Zimmer und anschließend wissen wir nicht, was wir nun machen sollen. Machen wir doch einen Bummel durch die Stadt, bevor der Regen losgeht.

Fern fließt der Fluss, wir sind dem Himmel nah.

Sonntag, 30. Dezember 2012

11. Juni 2012, der dreiunddreißigste Tag: Sully-sur-Loire–Sancerre, 93,37 km

Es geht aufwärts!


Frühstück im Hause, es ist das beste, das uns diese Tour bisher beschert hat. Auf meine Frage nach dem Bäcker schaut uns der Patron zunächst verständnislos an und erklärt dann, dass er die von uns verzehrten Baguettes heute morgen selbst gebacken hat. Und die Viennoiserie ebenfalls.

Er kann verstehen, dass wir nicht noch einen Abend bleiben wollen, ohne sein Restaurant auszuprobieren und nimmt es entsprechend entspannt hin, dass wir nach dem Frühstück weiterfahren wollen. Vor dem Hotel ist inzwischen der wöchentliche Markt aufgebaut, es ist kurz nach neun.

Ein Château! Ein Château!

Dienstag, 25. Dezember 2012

10. Juni 2012, der zweiunddreißigste Tag: Orléans–Sully-sur-Loire, 56,01 km

L'important c'est la Regenhose

Zum Frühstück gibt's feinen Schinken und leckere Aprikosen, heute soll's regnen.

Nach etwa halbstündiger Rundfahrt durch die Stadt erreichen wir die Brücke, auf der wir gestern Abend ins Zentrum gekommen waren, sie führt uns direkt zum Anschluss an den Radweg auf der anderen Seite.

Zunächst geht es ein paar Kilometer auf kurviger Sandpiste an der Loire entlang, dann wieder auf einen Deichweg, auf dem wir trotz Gegenwind schnell nach Jargeau kommen. Unterwegs passieren wir das erste gemähte Kornfeld! Heute ist der 10. Juni!!

Die Brücke nach Châteauneuf-sur-Loire, ...
... ein paar Meter weiter erwartet uns Loulou.

Auf der anderen Seite, in Saint-Denis-de-l'Hôtel, kaufen wir ein. Vor dem Supermarché spricht uns ein Mann an, der behauptet, er habe 1956 in der Schule Deutsch gelernt. Außerdem behauptet er, im Auto CDs der Amigos und der Flippers zu haben. Ist das eine Falle?

9. Juni 2012, der einunddreißigste Tag: Blois–Orléans, 88,14 km

Endlich Schlossherrin!

Frühstück à la chambre. Mo weiß nicht mehr, wo sie ist. Um die Verwirrung zu komplettieren, buche ich gleich mal ein Hotel in Orléans.

Vor der Abfahrt geht's erst noch zum nahen Post-Palast. Draußen bettelt Ayshe, drinnen gibt es viele Schalter, vor jedem steht eine ordentliche Schlange. Weit und breit ist nur ein Mitarbeiter zu sehen. Viele Kunden drängen sich vor Automaten, so stellen sich Lieschen Müller und ich die Spielkasinos in Las Vegas vor.

Eine Kundin am Ende einer Schlange berät mich zwecks Markenkauf am Automaten. Als ich gehe, ist sie keinen Schritt vorwärts gekommen, und der Schalter ist nach wie vor unbesetzt. Vor meinem inneren Auge wird die Post am Südbahnhof zum Amt für Hochgeschwindigkeit.

Dienstag, 11. Dezember 2012

8. Juni 2012, der dreißigste Tag: Tours–Blois, 94,69 km

Königliche Preise

Mangels Alternativen zimmern wir uns ein Vorab-Frühstück aus Nescafé und Banane; Aufbruch zum gestern ausgeguckten Steg um kurz nach neun. Wir haben viel vor!

Unterwegs kaufen wir einen Bäcker leer, zweites Frühstück am Château. Während wir im Stehen speisen, verdoppelt sich die Zahl der Touristen-Busse auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Der Wind weiß, woher er wehen muss – wer den Radler liebt, der schiebt –, die Sonne lacht, wir lachen mit.

Da geht's lang!

Dienstag, 4. Dezember 2012

7. Juni 2012, der neunundzwanzigste Tag: Saumur Hotel–Saumur Bahnhof, 7,95 km

Heidi, Seal and the City

Wir frühstücken, was noch da ist – überraschenderweise ist tatsächlich immer noch was da (evtl. belasten wir uns mit zu viel Proviant). Danach packen, zahlen, nix wie weg, runter in die Stadt.

An einem recht zentralen Platz legen wir einen Stopp beim Bäcker ein: Croissants, Pains au chocolat, Rosinenschnecken – danke, wir essen's gleich hier. Kaum draußen, fängt der Regen an. Wir stehen lange nebenan beim Metzger unterm Vordach, parlieren vorsichtig mit Schirmträgern, die beständig kommen und gehen, und beschließen irgendwann, mit dem Zug nach Tours zu fahren.


Trübe Aussichten beim Bäcker in Saumur.

Wenn er planmäßig fährt, fährt er um 11.27 Uhr. Es ist jetzt 10.15 Uhr, da kaufen wir dem Bäcker sicherheitshalber noch ein paar Kalorienspender (bretonische Spezialität) ab und fahren gen Centre ville.